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Unfallversicherung

Jedes Jahr gibt es etwa 9 Millionen Unfälle in Deutschland. Aber sollten Sie deshalb eine private Unfallversicherung abschließen?

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • In mehr als 90 Prozent aller Fälle werden Menschen durch eine Krankheit berufsunfähig, nicht nach einem Unfall. Und bei Folgen einer Krankheit hilft die Unfallversicherung nicht.
  • Auch für andere Risiken gibt es bessere Versicherungen als eine Unfallversicherung – zum Beispiel eine Krankentagegeldversicherung.
  • Die Unfallversicherung kann ein wichtiger Versicherungsschutz für Personen mit hohem Unfallrisiko sein – dann kostet sie aber oft auch mehr.

Unfall­versicherung im Test: Die wichtigsten Test­sieger auf einen Blick

 

Ein Unfall kann das Leben von heute auf morgen komplett auf den Kopf stellen. Mehr als 25 Millionen Verbraucher vertrauen daher auf eine private Unfall­versicherung, die ihnen im Ernst­fall finanziell unter die Arme greift. Welche Versicherer sehr guten Schutz bieten, zeigen unterschiedliche Tests. Ob die aktuellen Test­sieger jedoch auch die persönlich beste Wahl darstellen, zeigt nur ein individueller Vergleich.

Private Unfall­­versicherungJähr­liche Kosten Hausfrau
Jähr­liche Kosten Selbst­ständiger
Basler – „Gold“195 Euro290 Euro
Inter – „Premium“393 Euro
VHV – „Klassik-Garant Exkusiv“315 Euro
InterRisk – „Unfall XL Standard-Taxe”138 Euro230 Euro
Zurich – „PrivatSchutz Top“313 Euro
Janitos – „Best Selection Trend“218 Euro
Die Haftpflichtkasse – „Einfach Komplett“221 Euro
Barmnia – „Premium-Schutz“493 Euro
Waldenburger – „Premium Plus“291 Euro
Vokswohl Bund – „Easy KomfortPlus-Schutz“298 Euro

Basler, Die Haftpflichtkasse, Janitos und InterRisk zählten auch beim letzten Test zu den besten Unfallversicherungen. Deutlich zeigen sich 2020, wie groß die Preisunterschiede zwischen den Anbietern sind. Zudem sind die Tarife durch Zusatzleistungen wie der Unfallrente und dem Krankenhaustagegeld zum Teil recht teuer. Mit einem unverbindlichen Tarifvergleich finden Interessierte schnelle eine Unfallversicherung, die preislich und aus Leistungssicht ihren Wünschen entspricht.

Unfall­versicherungen im Vergleich: Welche Testsieger gibt es 2019?

Das Wirtschafts­magazin Focus-Money ließ für die Ausgabe 13/2019 im Frühjahr 35 Unfall­versicherungen von der Rating­agentur Franke und Bornberg testen. Dabei konzentrierten sich die Experten auf Angebote, die Versicherten einen Top-Schutz bieten. Dazu wurde unter anderem geprüft, ob die Unfall­versicherung

  • für Bergungs- und Rück­transport­kosten aufkommt,
  • den Unfall­begriff auf andere Schäden wie psychische Störungen und Infektionen ausdehnt sowie
  • Leistungen bei kosmetischen Operationen wie Zahnersatz vorsieht.

 

Als Modellkunde stand ein 25-jähriger Mann bereit, der sich eine Versicherungs­summe von 100.000 Euro und eine Progression von 500 Prozent wünscht. Je höher letztere ist, desto größer fällt die tatsächliche Auszahlung der Unfall­versicherung aus, wenn Kunden durch den Unfall schwere gesundheit­liche Schäden erlitten haben. Da die Kosten für die Versicherung je nach Job schwanken können, wurden die Jahres­beiträge für die Berufe Maler und Bank­kauf­mann ermittelt.

Die Gesamtnote setzt sich zu 60 Prozent aus der Leistungs- und zu je 15 Prozent aus der Beitrags­bewertung für den Beruf zusammen. Die übrigen zehn Prozent verteilen sich zu je fünf Prozent auf die Invaliditäts­leistungen. Nur ein Anbieter erzielt mit seiner Unfall­versicherung im Test ein hervor­ragendes Ergebnis. Weitere zwölf sind dem Vergleich zufolge sehr gut.

AnbieterTarifJährliche Kosten MalerJährliche Kosten Bank­kauf­frau
GVO“Top-Vit”173 Euro106 Euro
LBN“LBN-Besser+”270 Euro131 Euro
Walden­burger“Premium Plus”213 Euro149 Euro
Domcura“Top-Schutz”271 Euro161 Euro
Ammer­länder“Exclusiv”202 Euro123 Euro

Wie die Tabelle verdeutlicht, muss die private Unfall­versicherung nicht teuer sein. 

Welcher Versicherungs­beitrag genau anfällt, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren wie dem Beruf und den gewünschten Leistungen ab. Diese unterschied­lichen Kriterien können mit Modell­kunden nur schwer abgebildet werden.

Ratsam ist es daher, bei der Wahl der persönlich besten privaten Unfall­versicherung nicht nur die Test­sieger zu berücksichtigen, sondern mehrere Angebote miteinander zu vergleichen.

Beste Unfall­versicherung für Kinder

 

Auch für Kinder ließ Focus-Money im März 2019 die besten Unfall­versicherungen ermitteln. Der Versicherer GVO setzt sich dabei erneut mit einer hervor­ragenden Bewertung für das Angebot „Top-Vit“ durch. 14 Tarife erhalten im Test die Note sehr gut.
Wollen Eltern ihre Kinder mit einer privaten Unfall­versicherung schützen, belaufen sich die Kosten für die vom Magazin ermittelten Top-Tarife auf 62 Euro bis 112 Euro pro Jahr.

Zwei Drittel der Unfallversicherungen mit Bestnote

 

Ebenfalls Ende 2019 warf das Analyseinstitut Ascore Das Scoring einen Blick auf die Qualität von privaten Unfallversicherungen. Dabei wurden sowohl Tarife für Erwachsene als auch für Rentner und Kinder geprüft.

Im Fokus standen mehr als 50 Kriterien, etwa unter welchen Umständen der Versicherer zahlt. So leistet beispielsweise die Mehrheit der Versicherer, wenn der Unfall auf eine sogenannte Eigenbewegung zurückzuführen ist, etwa das Umknicken des Fußgelenks. Die Minderheit erkennt dagegen einen Unfall als solchen an, wenn er durch einen Zuckerschock ausgelöst wurde. Interessierte sollten daher die Versicherungsbedingungen genau lesen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

 

Achtung

Speziell für Rentner prüfte das Institut, ob die Unfallversicherung auch bei einem Oberschenkelhalsbruch zahlt, unabhängig davon, wie es zu diesem kam. Weniger als die Hälfte der Tarife bietet diese Leistung. Für Senioren wurden insgesamt 91 private Unfallversicherungen im Test gegenübergestellt, für Kinder und Erwachsene waren es mehr als 100. 18 Angebote erreichen dabei für alle drei Gruppen die beste Bewertung.

  • VHV „Klassik Garant mit Baustein Exklusiv“
  • S.L.P. „Primus Plus“
  • Rhion „Premium“
  • Rheinland „Premium“
  • prokundo „Ausgleich Best“
  • maxpool „max-UV Premium” und „max-UV Premium mit max-Gliedertaxe“
  • LBN „Besser+”
  • Konzept & Marketing „allsafe bodyguard – perfect 2.0”
  • Janitos „Best Selection mit Gliedertaxe Top”
  • InterRisk „Unfall XXL mit MaxiTaxe (UT2013)“ und „Unfall XXL mit PlusTaxe (UT2013)“
  • Domcura „Standard“ und „Top-Schutz“
  • Die Haftpflichtkasse „Einfach Komplett inklusive Gliedertaxe Premium Plus“
  • Basler „Gold“ und „ZEUS Best“
  • Alte Leipziger „comfort“

Unfall­versicherung für Rentner im Vergleich 2019

 

Im Januar 2019 hat die Stiftung Warentest einen Test veröffentlicht, der sich auf Assistance-Leistungen konzentriert. Damit sich Unter­stützungs­angebote gemeint, die Versicherte bekommen, wenn sie in ihrer Mobilität nach einem Unfall eingeschränkt sind. Der Vergleich richtet sich dabei vor allem an Rentner.

57 Tarife hat die Stiftung Warentest untersucht, von denen die meisten in Kombinationen mit einer privaten Unfall­versicherung vereinbar sind. Versicherte erhalten dann nicht nur die vereinbarte finanzielle Unterstützung wie eine Unfall­rente oder eine einmalige Auszahlung, sondern auch Hilfe­leistungen nach einem Unfall.

Den Mindest­schutz für die Unter­stützungs­leistungen gibt der Gesamt­verband der Deutschen Versicherungs­wirtschaft vor.

 

  • Essen auf Rädern
  • Besorgungen
  • Begleitung zum Arzttermin
  • Reinigungsservice
  • Wäscheservice
  • Pflegeleistung

Außerdem bieten die Versicherer einen Haus­notruf sowie die Vermittlung von Pflege­beratung und weiteren Hilfe­leistungen wie die Unter­bringung eines Haustiers.

17 Tarife bilden die Mindest­leistungen ab, von denen jedoch vier Kombi­tarife heraus­stechen. Ihre Versicherungs­bedingungen fallen für Interessierte besser aus. Denn der Versicherer zahlt beispiels­weise auch dann, wenn der Unfall aufgrund eines Herz­infarktes, Schlag­anfalls, Diabetes oder Medikamenten­einnahme verursacht wurde.

 

  • Allianz – Tarif „Unfall­schutz inklusive Zusatz­baustein Rundum Service“
  • Ergo – „Unfall­schutz Vital mit Sofort­hilfe Vital“
  • InterRisk – „XXL mit Standard­taxe“

 

 

Preislich liegen diese Unfall­versicherungen bei 35 Euro bis 173 Euro im Jahr. Unklar bleibt beim Vergleich allerdings, welches Leistungs­niveau die Tester für die Einmal­auszahlung beziehungs­weise die Unfall­rente gewählt haben.

 

 

Tipp:

Welche Unfall­versicherungen Ihnen den optimalen Mix aus Kosten und Leistungs­umfang abhängig von Ihren eigenen Wünschen bieten, erfahren Sie mit einem persönlichen Preis-Leistungs-Vergleich.

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