Selberständige Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit

Einkommens­absicherung – einer der wichtigsten Versicherungen.

Berufsunfähigkeits­versicherung: Die wichtigsten Infos und Tipps im Überblick

Ob Bürojob oder ein Beruf im Handwerk – wer hart arbeitet, hat sich den Ruhestand verdient. Doch nicht jeder verkraftet die gesundheitliche Belastung auf Dauer. Oftmals folgt dann der frühzeitige Ausstieg aus dem Job und das regelmäßige Einkommen fällt von heute auf morgen weg. Um diesen Verlust aufzufangen, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) unerlässlich.

Immer gut zu wissen: Berufsunfähigkeit

Müssen Personen ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, bietet der Staat nur eine unzureichende Absicherung.

Eine Berufsunfähigkeits­versicherung schützt vor finanziellen Nöten.

Je eher die BU-Versicherung abgeschlossen wird, desto niedriger sind die Beiträge.

Im Vergleich zu Alternativen bietet nur die Berufsunfähigkeits­versicherung umfassenden Schutz .

Warum ist eine Berufsunfähigkeits­versicherung sinnvoll?

Nicht jeder Mensch arbeitet bis zum regulären Renteneintritt. Insbesondere in körperlich fordernden Berufen ist oftmals irgendwann der Punkt erreicht, an dem es einfach nicht mehr weitergeht. Doch auch beim klassischen Schreibtischjob besteht die Gefahr, eines Tages gesundheitsbedingt nicht mehr arbeiten zu können. Hier sind es häufig psychische Probleme, die Beschäftigte die Reißleine ziehen lassen.

Steigen Betroffene erst kurz vor Renteneintritt aus ihrem Job aus, lässt sich der Einkommensverlust gegebenenfalls mit Rücklagen ausgleichen. Bleiben jedoch noch etliche Jahre, bis die gesetzliche Rente ausgezahlt wird, gilt es diese Zeit finanziell zu überbrücken. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist daher immer dann sinnvoll, wenn es nicht genug privates Vermögen gibt, um davon auf unbestimmte Zeit leben zu können.

Selbst wenn Anspruch auf die gesetzliche Erwerbs­minderungs­rente besteht, müssen Berufsunfähige durch den Wegfall ihres monatlichen Einkommens mit erheblichen Einbußen rechnen. Denn die Rente entspricht nur einem Bruchteil des letzten Bruttolohns.

0 %
des Bruttolohns gibt es bei voller Erwerbsminderung
0 %
des Bruttolohns gibt es bei halber Erwerbsminderung

Höhe der durchschnittlichen monatlichen Erwerbsminderungsrente für Neurentner

12 03 2022 13 59 48 1

Aufgrund der sehr niedrigen gesetzlichen Leistungen sind Abstriche beim gewohnten Lebensstandard und bei der Lebensqualität die Folge von Berufsunfähigkeit. Um diese persönlich oft schwerwiegenden Konsequenzen zu verhindern, ist eine Berufsunfähigkeits­versicherung sinnvoll.

Dabei haben Interessierte die Wahl zwischen vielen verschiedenen Tarifen, die sich in Preis und Leistung unterscheiden.

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Berufsunfähigkeits­versicherung: Unter welchen Voraussetzungen zahlt die Versicherung?

Eine gute Berufsunfähigkeits­versicherung (auch BU-Versicherung oder Arbeitsunfähigkeitsversicherung genannt) zahlt die monatliche Rente aus, wenn Kunden ihren zuletzt ausgeübten Beruf

zu 50 Prozent und

für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten

nicht mehr ausüben können. Die Berufsunfähigkeit muss von einem Arzt festgestellt werden.
Beim Beantragen der Berufsunfähigkeits­versicherung müssen zudem die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantwortet werden. Stellt sich heraus, dass bei Vertragsabschluss bestehende oder vorherige Krankheiten verschwiegen wurden, kann die Auszahlung der Rente bei Berufsunfähigkeit vom Versicherer verweigert werden.

Wann schützt eine BU?

  • Bei psychischen Krankheiten
  • Bei Krebs
  • Bei Unfällen
  • Bei physischen Krankheiten

71 Berufsunfähigkeits­versicherungen im Vergleich bei Stiftung Warentest 2021

Für die Finanztest-Ausgabe 05/2021 führte die Verbraucherorganisation Stifttung Warentest einen Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich durch. Dabei wurde 71 Tarife  für drei Musterkunden untersucht, die sich in Alter, Rentenhöhe und Beruf unterscheiden.

Beruf Alter Monat­liche Rente
Controller 30 2.000 Euro
Industrie­mechaniker 25 1.500 Euro
Medinzinische Fachangestellte 25 1.000 Euro

Der Vertrag soll bis 67 Jahre laufen.

Die Berufsunfähigkeits­versicherungen wurden hinsichtlich ihres Leistungsumfangs und der Anträge miteinander verglichen. Dabei zeigte sich, dass selbst kleine Abweichungen vom Modellkunden große Auswirkungen auf die Kosten haben.

35 Tarife erzielen eine sehr gute Bewertung. Auffällig sind dabei die Kostenunterschiede zwischen den Berufsunfähigkeitsversicherungen. Die folgende Übersicht zeigt die sechs am besten bewerteten Berufsunfähigkeits­versicherungen des Vergleichs von Stiftung Warentest sowie deren Jahres-Nettobeitrag je Musterkunde.

Versicherer Controller Industrie­mechaniker Medizinische Fachangestellte
Basler „SBU BAL 8408 (01.21)“ 740 € 989 € 618 €
Alte Leipziger „SBU BV10 pm 2300 – 01.2021“ 886 € 1.112 € 648 €
Europa „SBU E-BU (01.21)“ 739 € 880 € 522 €
Generali „SBU (04.21)“ 829 € 1.214 € 812 €
Hannoversche „SBU 20 Basis (08.20)“ 785 € 797 € 554 €
Provinzial Rheinland „SBU TopSBV (04.2021)“ 1.281 € 1.317 € 881 €

Passende Berufsunfähigkeitsversicherung finden: Was bieten Rechner?

Wer sich für eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) interessiert, sieht sich mit zahllosen Angeboten konfrontiert. Rechner im Internet können dabei helfen, eine Vielzahl von Tarifen gegenüberzustellen. Dazu müssen Interessierte einige Angaben machen:

Wichtige Änderungen zum Jahreswechsel 2022

Zum 1. Januar 2022 ist der Höchstrechnungszins von 0,9 Prozent auf 0,25 Prozent gesunken. Dadurch werden die vom Versicherer aufgebauten Rücklagen weniger gut verzinst. Umso wichtiger ist ein genauer Vergleich vieler Anbieter aus Expertenhand, um eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit ausgewogenem Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.

Wann lohnt sich eine Berufsunfähigkeits­versicherung?

Statistisch gesehen gibt jeder vierte Arbeitnehmer gesundheitsbedingt seinen Beruf auf. Dafür gibt es unterschiedliche Ursachen.

Sie führen am häufigsten dazu, dass Menschen berufsunfähig werden. Anders als körperliche Beschwerden, die durch sich wiederholende Bewegungen erst im Laufe der Jahre akut werden, sind Probleme mit der Psyche jederzeit möglich.

Rund 33 Prozent aller Fälle lassen sich auf psychische Ursachen zurückführen. Insbesondere Depressionen und Burnout treten in sämtlichen Berufsgruppen mit steigender Tendenz auf. Weitere verbreitete Nervenkrankheiten sind Angst- oder Panikstörungen, Essstörungen und Suchtkrankheiten.

Sie sind mit 20 Prozent die zweithäufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Die Beschwerden betreffen oftmals die Wirbelsäule, die Gelenke, Muskeln oder Knochen.

Solche schweren Erkrankungen können zwar durch die Arbeit mit Schadstoffen begünstigt werden, treten jedoch auch unabhängig davon in allen Alters- und Berufsgruppen auf. Die Geschwüre verursachen 16 Prozent der Berufsunfähigkeitsfälle.

Erkrankungen des Systems sind bei rund sieben Prozent der Berufsunfähigen die Ursache. Dazu zählen unter anderem Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen.

In etwa neun Prozent führt ein Unfall zur Berufsunfähigkeit. Am häufigsten ereignet sich dieser in der Freizeit. So verwundert es nicht, dass bei Untervierzigjährigen dreimal häufiger ein Unfall die Ursache für Berufsunfähigkeit ist als bei Personen ab 51 Jahren. Junge Menschen haben einen vergleichsweise aktiveren Lebensstil und somit deutlich mehr Gelegenheiten, einen Unfall zu erleiden.

Berufsunfähigkeit - Ursachen für eine Berufsunfähigkeit nach Altersstufen

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Gesetzliche Leistungen: Ab wann und wie lange wird Krankengeld gezahlt?

Viele unterliegen dem Irrglauben, dass sie in ein Sicherheitsnetz aus gesetzlichen Leistungen fallen, wenn sie berufsunfähig werden. Richtig ist: Wer gesundheitsbedingt im Job für längere Zeit aussetzen muss, bezieht zwar Krankengeld. Dieses wird jedoch nur für einen bestimmten Zeitraum gezahlt. Zudem steht es nur Personen zu, die mit ihrer Krankenversicherung ein Krankengeld vereinbart haben. Während dies bei Angestellten immer der Fall ist, müssen Selbstständige genau darauf achten.

Wer überhaupt nicht mehr arbeiten kann, hat Anspruch auf die gesetzliche Erwerbs­minderungs­rente. Sie zahlt jedoch nur einen Bruchteil des bisherigen Einkommens aus. Ohne zusätzliche finanzielle Sicherheiten wie eine private Berufsunfähigkeits­versicherung ist es unmöglich, den Alltag wie gewohnt weiterzuführen.

Übersicht der gesetzlichen Leistungen bei Arbeits- und Berufsunfähigkeit

Die volle Höhe des Gehalts wird bis zu sechs Wochen vom Arbeitgeber gezahlt. Sie gilt nur für Arbeitnehmer. Bei Beamten setzt der Dienstherr die Entgeltfortzahlung ohne zeitliche Befristung fort.

Es entspricht 70 Prozent des Bruttoverdienstes und wird bis zu 72 Wochen von der Krankenkasse gezahlt. Es wird nur an Pflichtversicherte der gesetzlichen Krankenversicherung und freiwillig Versicherte gezahlt, die Anspruch auf Krankengeld haben. In der privaten Krankenversicherung müssen Versicherte ein Krankentagegeld vereinbaren.

Die Höhe ist abhängig vom bisherigen Verdienst und wird an Personen gezahlt, die nur noch zwischen drei und sechs Stunden am Tag in einem beliebigen Beruf arbeiten können.

Die Höhe ist abhängig vom bisherigen Verdienst. Anspruch haben Personen, die weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können und mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben.

In etwa neun Prozent führt ein Unfall zur Berufsunfähigkeit. Am häufigsten ereignet sich dieser in der Freizeit. So verwundert es nicht, dass bei Untervierzigjährigen dreimal häufiger ein Unfall die Ursache für Berufsunfähigkeit ist als bei Personen ab 51 Jahren. Junge Menschen haben einen vergleichsweise aktiveren Lebensstil und somit deutlich mehr Gelegenheiten, einen Unfall zu erleiden.

Welche Leistungen bietet eine Berufsunfähigkeits­versicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt bei Berufsunfähigkeit eine vom Versicherten festgelegte monatliche Rente aus. Dabei ist es unerheblich, ob dieser seinem zuletzt ausgeübten Beruf wegen einer Erkrankung oder eines Unfalles nicht mehr nachgehen kann. Hier unterscheidet sich der Versicherungsschutz von einer privaten Unfallversicherung. Bei ihr sind Krankheiten in der Regel ausgeschlossen.

Die Höhe der monatlichen Rente sollte ausreichen, um laufende Kosten wie Miete, Kreditzahlungen, Einkäufe und Versicherungen etwa zur privaten Altersvorsorge zu decken. Als grobe Orientierung für die Höhe der Berufsunfähigkeits­rente gelten 80 Prozent des Nettohaushalts­einkommens als angemessen.

Neben der Kernleistung, der monatlichen Rente bei Berufsunfähigkeit, sollten Interessierte auf weitere wichtige Leistungen achten.

Durch sie können Versicherungsnehmer ihre Rente bei bestimmten Anlässen anpassen, ohne dass erneut Gesundheitsfragen gestellt werden. Manche BU-Versicherer deckeln allerdings das Alter, bis zu dem die Garantie genutzt werden kann, und die Höhe, bis zu der Kunden aufstocken dürfen. Zudem bedeutet eine Anpassung der Berufsunfähigkeitsrente auch einen höheren Beitrag.

Zu den Anlassen, die eine Rentenerhöhung ermöglichen, zählen:

  • Eheschließung oder Eintragung einer Lebenspartnerschaft
  • Scheidung oder Aufhebung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft
  • Geburt oder Adoption eines Kindes
  • Beginn eines Studiums
  • erstmalige Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit
  • Abschluss einer akademischen Weiterqualifizierung
  • Wechsel in die hauptberufliche Selbständigkeit
  • Steigerung des Bruttojahresgehalts um mindestens zehn Prozent
  • Erwerb von Immobilieneigentum

Durch sie erhöht sich die BU-Rente in regelmäßigen Abständen, wodurch die Auswirkungen der Inflation ausgeglichen werden. Ohne Dynamik verliert die vereinbarte Leistungssumme an realer Kaufkraft.

Ein Beispiel: Bei einer Inflationsrate von zwei Prozent jährlich ist die vereinbarte BU-Rente von 1.500 Euro in 15 Jahren nur noch rund 1.110 Euro wert.

Die Dynamik können Versicherte dabei sowohl für den Zeitraum vor als auch während der Berufsunfähigkeit vereinbaren. Zudem ist es möglich, der automatischen Anpassung zu widersprechen.

Befindet sich diese Formulierung im Vertrag, darf die Versicherung die Zahlung der Rente nicht verweigern, wenn der Kunde theoretisch in einem anderen, gleichwertigen Beruf arbeiten könnte.

Daneben gibt es die konkrete Verweisung. Damit sich der Versicherer darauf berufen kann, muss der Kunde entweder bereits freiwillig eine alternative vergleichbare Tätigkeit aufgenommen oder zumindest eine entsprechende Umschulung absolviert haben. Der Anbieter kann dann die Zahlung der BU-Rente einstellen.

Ob die Versicherung von ihrem Recht Gebrauch machen darf, hängt von der Angemessenheit der alternativen Tätigkeit ab. Diese muss dem Versicherungsnehmer sowohl geistig als auch körperlich zumutbar sein und in etwa seiner bisherigen Lebensstellung, seiner Erfahrung und seinem Wissen entsprechen.

Mit Wartezeiten senken Kunden den Beitrag. Allerdings müssen sie dann im Ernstfall einen bestimmten Zeitraum abwarten, meist sechs Monate, bis die monatliche Rente ausgezahlt wird. Gerade Selbstständige sollten von dieser Option absehen, da sie in der Zwischenzeit keine Leistungen wie das Krankengeld erhalten.

In der Regel zahlt die BU-Versicherung bis zu Beginn des regulären Renteneintrittsalters. Um Kosten zu sparen, können Interessierte auch einen kürzeren Zeitraum vereinbaren, etwa bis zum 65. Lebensjahr. Sie müssen dann jedoch die Zeit bis zum gesetzlichen Rentenbezug finanziell überbrücken.

Wenn die Berufsunfähigkeit verzögert festgestellt wird, ist es vorteilhaft, wenn die Versicherung rückwirkend Leistungen auszahlt. Je nach Anbieter ist dies bis zu drei Jahre möglich.

Er gibt die Dauer der Berufsunfähigkeit an, bis diese als solche anerkannt wird. In der Regel zahlen die Versicherer, wenn Kunden voraussichtlich für mindestens sechs Monate berufsunfähig sind.

Gibt es eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente?

NEIN! Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente wurde 2001 abgeschafft und durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt. Nur Personen, die vor 1962 geboren wurden und berufsunfähig werden, haben noch Anspruch darauf.

Wer braucht eine Berufsunfähigkeits­versicherung?

Grundsätzlich sollten folgende Personen eine private Berufsunfähigkeitsversicherung anstreben:

Berufsunfähigkeit Alles Was Man Wissen Muss

Hauptverdiener in Anstellung

Selberständige Berufsunfähigkeit

Selbstständige / Freiberufler

Eine Berufsunfähigkeits­versicherung klingt für Schüler zunächst wenig sinnvoll, da sie noch kein Einkommen erzielen, dessen Verlust sie ausgleichen müssten. Der frühe Abschluss einer BU-Police hat jedoch einen entscheidenden Vorteil: sehr niedrige Beiträge.

Da Schüler noch keinen Beruf ausüben, versichern sie ihre schulische Tätigkeit. So erhalten die Heranwachsenden die vereinbarten Leistungen, wenn sie nicht mehr imstande sind, am Unterricht teilzunehmen. Auch die Versicherung des später angestrebten Berufes ist je nach Anbieter möglich.

Schüler sollten darauf achten, dass die Versicherung keine Schuldienst- oder Schülerklausel enthält. Dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Erwerbsminderungsversicherung, die nur bei sehr engen Voraussetzungen zahlt.

Azubis haben zwar mit dem ersten Tag ihrer Ausbildung Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Doch deren Leistungen sind sehr gering. Manche Versicherer bieten daher spezielle Einsteigertarife mit niedrigen Prämien, sodass sich auch Azubis den Schutz bei Berufsunfähigkeit leisten können.

Als Student übt man keinen konkreten Beruf aus. Dennoch ist es wichtig, beim Abschluss der Berufsunfähigkeits­versicherung den voraussichtlichen Beruf anzugeben. Diese Angabe können Studenten nachträglich ändern, wenn sie sich für einen anderen Beruf entscheiden.

Anbietern, die lediglich den Beruf „Student“ versichern, sollten Interessierte aus dem Weg gehen. Oftmals handelt es sich dabei um keine echte Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern um eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Sie leistet nur dann, wenn der Student in keinem erdenklichen Beruf mehr arbeiten kann – ob als Akademiker oder ungelernte Aushilfe.

Beamte beziehungsweise Lehrer müssen darauf achten, dass ihr Vertrag eine Dienstunfähigkeitsklausel vorsieht, auch Beamtenklausel genannt. Dann erkennt der Versicherer eine Dienstunfähigkeit als Berufsunfähigkeit an.

Erstere liegt vor, wenn ein Staatsdiener seinen Beruf nicht mehr auf Beamtenebene ausüben kann und auch keine alternative Tätigkeit auf Beamtenebene infrage kommt. Der Begriff berufsunfähig wird dagegen auf die freie Wirtschaft angewendet.

Wichtig ist zudem, auf den Unterschied zwischen echter und unechter Dienstunfähigkeitsklausel zu achten. Eine echte Klausel sollte die Versetzung in den Ruhestand und die Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit als Berufsunfähigkeit anerkennen. Einen Vertrag mit einer anderen Formulierung, insbesondere mit Blick auf einen Prognosezeitraum von sechs Monaten oder länger, sollten Beamte und Lehrer vermeiden.

Ärzte sind zwar in der Regel über ein berufsständisches Versorgungswerk abgesichert. Dieses zahlt oftmals jedoch erst, wenn der Mediziner zu 100 Prozent in sämtlichen ärztlichen Tätigkeiten berufsunfähig ist. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung leistet dagegen deutlich früher.

Die Absicherung sollte eine Infektionsklausel vorsehen. Die BU-Versicherung leistet dann auch, wenn Ärzte ihren Beruf wegen einer von ihnen ausgehenden Ansteckungsgefahr aufgeben müssen.

Nachteilig ist dagegen eine Umorganisationsklausel. Diese verlangt von Ärzten eine personelle Umstrukturierung der Arztpraxis oder eine betriebliche Umorganisation, sodass sie wieder arbeiten können.

Finanzieller Schutz durch Berufsunfähigkeits­versicherung: Wie hoch ist der Beitrag?

Die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung hängen von vielen Faktoren ab, beispielsweise:

  • Alter
  • Beruf
  • Höhe der monatlichen Rente
  • Gesundheitszustand
  • Versicherungsdauer
  • Hobbys

 

Je jünger und gesünder eine Person beim Versicherungsabschluss ist, desto geringer ist der monatliche Beitrag. Einen großen Einfluss auf die Prämien hat die Risikogruppe des Berufs. Daher haben es besonders Handwerker schwer, eine bezahlbare Versicherung zu finden. Einer Auswertung der Ratingagentur Franke und Bornberg zufolge zahlen zum Beispiel Maurer über fünf Mal mehr im Monat als Mathematiker oder Diplom-Ingenieure.

Achtung:

Die Berufsunfähigkeitsversicherer gruppieren den Beruf sehr individuell. Während manche die berufliche Tätigkeit als weniger risikoreich einschätzen, sehen andere darin eine höhere Gefahr. Aufgrund der unterschiedlichen Einstufung variiert der Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung zwischen den Anbietern stark.

Geringe Wahrscheinlichkeit einer späteren Berufsunfähigkeit. Darunter sind Berufe mit sehr geringer körperlicher Belastung gefasst, etwa Architekt, Programmierer oder Steuerberater. Für die Berufsunfähigkeitsversicherung bedeutet dies, dass die Kosten für diese Gruppe in der Regel vergleichsweise gering sind.

Personen weisen ein normales Risiko auf, in Zukunft eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nehmen zu müssen. Dies gilt etwa für Bürokaufleute, Heilpraktiker oder Sozialpädagogen.

Ein erhöhtes Risiko besitzen beispielsweise Erzieher, Friseure oder Verkäufer.

Dachdecker und Gerüstbauer besitzen ein besonders hohes Risiko, im Laufe ihres Lebens berufsunfähig zu werden. Denn sie sind Gefahren wie Stürzen oder anderen Unfällen ausgesetzt. Auch Elektriker, Bäcker und Altenpfleger zählen zu dieser Gruppe.

Um ihre Kosten zu senken, können Interessierte die Höhe der BU-Rente gering halten oder die Leistungsdauer verkürzen. Allerdings sollten sie sich diesen Schritt gut überlegen, da dadurch eine Einkommenslücke entsteht. Um keine falschen Entscheidungen zu fällen, ist es sinnvoll, sich bei Fragen zur Beitragssenkung durch einen Versicherungsexperten unterstützen zu lassen.

Gesundheitsprüfung bei der BU-Versicherung ist unerlässlich

Beim Abschluss einer BU müssen Antragsteller Auskunft zu ihrer gesundheitlichen Verfassung geben. Abhängig davon wird das Risiko kalkuliert, wie wahrscheinlich es ist, dass sie berufsunfähig werden.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen beziehungsweise ohne Gesundheitsprüfung gibt es nicht.

Je nach Anbieter unterscheiden sich die Fragen zu den Krankheiten und Behandlungen sowie zum abgefragten Zeitraum.

 

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Thomas Dewein
Thomas Dewein

Als Fachwirt für Versicherungen & Finanzen (IHK Ulm) und Technischer Underwriter (DVA Stuttgart) erhalten Sie von mir alle Neuigkeiten rundum das Thema Versicherungen, Finanzen, Investment, Altersvorsorge, Krankenversicherung und gesetzliche Änderungen. Bei Fragen können Sie mich gerne, jederzeit kontaktieren.

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